Stromversorgung LED Chip und LED Stips

Hier werden Fragen zu LED-Grundlagen beantwortet...

Moderator: T.Hoffmann

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pcdoc
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Mo, 16.02.15, 10:33

Hallo,

Ich hab die Suche schon in Anspruch genommen und teilweise Antworten bekommen, jedoch sind die meisten Threads dazu nie zu einem Ende gebracht worden. Sind meist mit Gegenfragen offen geblieben.

Mich würden ein paar generelle Fragen interessieren, die sicher jetzt nicht neu sind. Bzw. ein Bestätigung von dem was ich glaube zu wissen! ;)

Bezieht sich auf LED Stipes:
1. Es ist besser die 230V Zuleitung zu verlängern als die Kabel vom Netzteil zum Led-Stip, korrekt? Da sollten die Leitungsverluste geringer sein.
2. Wenn ich jetzt ein Netzteil habe mit 12V und sagen wir 600W sollte es doch möglich sein mit diesem einige LED Strips zu betreiben und durch seperate Schalter zwischen Netzteil und LED Stips zu schalten, oder? Oder muss das Schaltnetzteil ausgeschaltet werden? Würde mich wundern, da die ganzen Steckdosen-Netzteile ja im prinzip nichts anderes sind, nur halt in einer anderen Leistungsklasse.
3. Schaltnetzteile sollte man ja immer min. 20% zu stark auslegen. Gibts da auch sowas wie eine Mindestbelastung (wie zum Bsp bei vielen Computernetzteilen)? In den technischen Angaben steht nichts, ich kenne es aber aus anderen Bereichen, dass das durchaus problematisch werden kann. Gibts da auch ne Faustregel?
4. Was verbraucht so ein Schaltnetzteil in der Leistungsklasse in etwa (ganz grobe Schätzung reicht mir), wenn kein Abnehmer aktiv ist?

Bezieht sich auf LED Chips:
5. gehen wir mal von einer Betriebsspannung von 35-42V aus bei einem Strom von 0,6A aus. Könnte ich theoretisch direkt an 230V 6 Stück in Serie hängen? Jede LED natürlich mit einem eigenen kleinen Treiber der für bis zu 42V und 500-600mA ausgelegt ist (wäre durchaus ok nicht 100% Leuchtkraft zu erhalten)? Mal abgesehen von den Risiken mit 230V die mir durchaus klar sind. Ich müsste in etwa 5-7 LEDs mit etwa 20W pro LED ohne Netzteil betreiben (einfach kein Platz in der Konstruktion) Gibts alternative Möglichkeiten (230V LEDs?), bin da eigentlich sehr offen. Es sollen in etwa 100W sein, optimal über eine kleine Fläche verteilt um eine etwas homogenere Ausleuchtung zu erhalten, weshalb ich auf die Idee gekommen bin 6x20W zu verwenden, was sich zufällig auch mit den 230V so halbwegs ausgeht. Wenn das nicht möglich ist würde ich es über ein externes Netzteil machen, nur hatte ich da bis jetzt Probleme eins zu finden was optisch ansprechend ist, bezahlbar und möglichst klein ist.

Sind viele Fragen ich weiß! Wäre aber wenn wenn sich jemand die Zeit nehmen würde sie mir zu beantworten, bzw. zu bestätigen, dass es korrekt ist.

Danke!

mfg
Andreas
Zuletzt geändert von pcdoc am Mo, 16.02.15, 15:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Mo, 16.02.15, 11:18

pcdoc hat geschrieben:Bezieht sich auf LED Stipes:
1. Es ist besser die 230V Zuleitung zu verlängern als die Kabel vom Netzteil zum Led-Stip, korrekt? Da sollten die Leitungsverluste geringer sein.
Ja.
pcdoc hat geschrieben:2. Wenn ich jetzt ein Netzteil habe mit 12V und sagen wir 600W sollte es doch möglich sein mit diesem einige LED Strips zu betreiben und durch seperate Schalter zwischen Netzteil und LED Stips zu schalten, oder?
Ja. Natürlich hat man einen Standby-Verlust, wenn das Netzteil am 230V-Netz ist, aber kein Verbrauer dran ist. 600W ist übrigens sehr viel bei 12V, bedenke da den Leitungsquerschnitt oder die notwendigen parallelen Speiseleitungen. Wann immer möglich, verwende bei Stripes lieber 24V als 12V.
pcdoc hat geschrieben:3. Schaltnetzteile sollte man ja immer min. 20% zu stark auslegen. Gibts da auch sowas wie eine Mindestbelastung (wie zum Bsp bei vielen Computernetzteilen)? In den technischen Angaben steht nichts
Wenn keine Mindestlast angegeben ist, sollte auch keine benötigt werden.
pcdoc hat geschrieben:4. Was verbraucht so ein Schaltnetzteil in der Leistungsklasse in etwa (ganz grobe Schätzung reicht mir), wenn kein Abnehmer aktiv ist?
Wenn's nicht im Datenblatt steht: keine Ahnung, da gibt's sicher große Unterschiede. Nachmessen.
pcdoc hat geschrieben:Bezieht sich auf LED Chips:
5. gehen wir mal von einer Betriebsspannung von 35-42V aus bei einem Strom von 0,6A aus. Könnte ich theoretisch direkt an 230V 6 Stück in Serie hängen? Jede LED natürlich mit einem eigenen kleinen Treiber der für bis zu 42V und 500-600mA ausgelegt ist
Also, hier geht's durcheinander. Wenn Du für jede LED einen eigenen Treiber verwendest, z. B. ein Mean Well PLM-25-500, dann schließt Du gar nichts "in Serie" an. An jede KSQ kommt eine LED, und die sechs KSQ werden parallel an 230V angeschlossen. Wenn Du die sechs LEDs in Reihe schalten willst, verwendet Du hingegen nur einen Treiber mit entsprechend hoher Ausgangsspannung, z. B. TCI Sirio 150/200-700 BI mit 105-270V.

-Handkalt
pcdoc
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Mo, 16.02.15, 12:29

Handkalt hat geschrieben: Also, hier geht's durcheinander. Wenn Du für jede LED einen eigenen Treiber verwendest, z. B. ein Mean Well PLM-25-500, dann schließt Du gar nichts "in Serie" an. An jede KSQ kommt eine LED, und die sechs KSQ werden parallel an 230V angeschlossen. Wenn Du die sechs LEDs in Reihe schalten willst, verwendet Du hingegen nur einen Treiber mit entsprechend hoher Ausgangsspannung, z. B. TCI Sirio 150/200-700 BI mit 105-270V.
Hi,

Danke für die raschen Antworten!

Zum letzten Punkt gebe ich dir recht, ist wohl die bessere Lösung so, nur wie gesagt kann ich so ein Netzteil nicht wirklich verbauen. KSQ war nicht ganz richitg (auch wenn es im Shop unter dem geführt wird). Das Element begrenzt nur den Strom auf 600mA, ist aber keine wirkliche Stromquelle. Ich meinte sowas:

http://www.pollin.de/shop/dt/MDQ3ODQ2OT ... 00_mA.html

Vorteil hierbei wäre, dass es klein genug wäre um untergebracht werden zu können.

Bzgl. Standbystorm: Nachmessen ginge, wenn ich das Ding schon hätte! ;) Ein umgebautes PC Netzteil braucht mit 2 Lüftern 9W. Die Lüfter selbst sollten nicht viel davon ausmachen.

mfg
Andreas
Zuletzt geändert von pcdoc am Mo, 16.02.15, 12:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Mo, 16.02.15, 12:52

Doch, das ist schon eine "richtige" Konstantstromquelle. Aber halt mit max. 50V DC Eingang statt 230V AC Netzspannung. Die kannst Du auch verwenden, dann brauchst Du ein 48V-Netzteil, z. B. Meanwell LPF-40D-48. Daran schließt Du sechs dieser KSQ parallel an, und an jede KSQ eine LED.

-Handkalt
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Mo, 16.02.15, 12:54

So habe ich leider wieder ein Netzteil um auf die 48V zu kommen. Der Gedanke war ja, die in Serie zu schalten, dass sie sich die 230V teilen.

mfg
Andreas
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Mo, 16.02.15, 12:58

Aus dem Anvilex-Datenblatt:
Die Eingänge von mehreren Modulen dürfen nicht in Serie verbunden werden um die Module Eingangsseitig an höhere Betriebsspannung einzuschließen.
Sollte wohl "anzuschließen" statt "einzuschließen" heißen, aber davon abgesehen würde ich das ernst nehmen.

-Handkalt
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Mo, 16.02.15, 13:46

Danke für den Hinweiß! Dann hat sich das wohl erledigt! Wäre auch zu schön gewesen! ;)

Gibt es so ein Netzteil auch in Form eines Notebooknetzteiles? Oder Steckdosennetzteil?

mfg
Andreas
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Mo, 16.02.15, 17:38

Eine kleine Bitte/Frage noch. Bei der von mir verlinkten KSQ kann ja die Eingangsspannung zwischen 6 und 50V sein. Fungiert das Teil dann auch als Spannungswandler? Sprich ich geh mit 48V rein und kann damit einen 12V LED Strip versorgen? Oder muss das Netzteil dann auch dementsprechend passend zur LED sein?

mfg
Andreas
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Mo, 16.02.15, 18:36

Eine solche KSQ reduziert die Eingangsspannung nicht auf eine bestimmte feste Spannung, sondern stets so weit, dass ein bestimmter Strom (je nach Modell der KSQ irgendwas zwischen 50mA und 900mA) fließt.

Ein 12V LED-Stripe hat aber integrierte Vorwiderstände und soll nicht mit einem konstanten Strom betrieben werden, sondern mit einer konstanten Spannung. Eine KSQ ist dafür also nicht verwendbar.*

-Handkalt

*Jetzt kommt der pathologische Fall: außer man stimmt KSQ und Länge des Stripes genau aufeinander ab. Das heißt, wenn ich eine KSQ mit einem bestimmten Ausgangsstrom habe, nehme ich von meinen 12V-Stripe eine passende Länge, so dass er genau diesen Strom braucht. Oder umgekehrt, ich wähle eine KSQ mit einem Ausgangsstrom, der genau zu meinem Stripe-Stück passt.
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Mo, 16.02.15, 19:01

Danke! Und sorry, Strip war falsch, Chip wollte ich schreiben!

Also 1x 10W 12V Chip zum Bsp an einem 48V Netzteil. Soweit korrigiert diese KSQ die Spannung runter? Wundert mich, dass das ohne Kühlung funktioniert...

mfg
Andreas
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Mi, 18.02.15, 12:49

Wundert mich, dass das ohne Kühlung funktioniert...
Tut es auch nicht. Bei den Anvilex KSQs mit Strom > 500mA steht auch dabei, dass man sie kühlen sollte. Weil es Schaltregler sind, ist das aber von der Eingangsspannung quasi unabhängig. Sprich die KSQ wird bei einer Eingangsspannung von 48V nur unwesentlich wärmer als bei 15V.
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