Goniophotometer selber bauen?

Fragen zu Schaltungen, Elektronik, Elektrik usw.

Moderator: T.Hoffmann

JackyDean
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Di, 29.03.22, 09:46

Hallo in die Runde,
ich bin auf der Suche nach einer bezahlbaren Lösung für ein Goniophotometer - also einem Messgerät für die Abstrahlcharakteristik kleiner Leuchten und Lampen. Z.B. möchte ich messen, wie bestimmte Aluprofile das Licht von LED-Streifen beschneiden / verteilen.

Die Geräte von z.B. VISO Systems oder GL Optic kosten ja viele tausend Euro, was für mich leider nicht mehr unter die Definition "bezahlbar" fällt. Ich benötige da auch kein Gonio Spektralphotometer, sondern rein die Lichtstärke genügt mir. Darf auch mal 500 oder 1.000€ kosten, aber jetzt nicht Tausende, wie z.B. ein VISO Systems Base Spion.
https://www.visosystems.com/products/basespion-uv/

Auch genügt mir da 1 drehbare Achse. Das muss für meine Zwecke nicht in alle Richtungen drehen.

Jetzt hatte ich überlegt, dass notfalls selber zu bauen und habe etwas recherchiert. Ein BH1750 müsste als Lichtsensor da eigentlich genügen. Muss auch nicht unendlich genau sein. https://elektro.turanis.de/html/prj069/index.html

Dazu braucht es dann im Prinzip nur noch einen präzisen Motor (Schrittmotor oder Servo - da geht's schon los - kenne mich 0 aus) und dann muss die Software (Arduino?) letztlich nur die Winkel des Schrittmotors den Beleuchtungsstärkewerten des BH1750 tabellarisch zuordnen und z.B. als CSV ausgeben. Das kann man als Basis für eine EULUMDAT nutzen und diese dann in DIALUX oder RELUX verwenden.

So in etwa habe ich mir das vorgestellt. Problem: Meine Kenntnisse zu Elektronik oder Programmierung reichen über eine simple Lichtorgel am Arduino nicht hinaus. Hat jemand hier Tips für mich oder vielleicht schon einmal in eine ähnliche Richtung etwas entwickelt? Also ein sehr einfaches Goniophotometer (1 Achse, 1 Lux-Sensor). Bin für jeden Tip dankbar, z.B. zu der Motosteuerung. Vielleicht hat auch jemand Lust, so etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen. Bin da gern bereit, Zeit und Geld zu investieren - aber so ganz allein traue ich mich nicht ran. Mein erster Versuch mit 'nem Servo hat mir vermutlich direkt die Motorsteuerung zerschossen. Denke ich zumindest. :-/ Also ich benötige da einiges an Hilfe :-)

Viele Grüße,
JackyDean
Borax
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Di, 29.03.22, 14:56

Was die Elektronik (und Programmierung) angeht kann ich dir gerne helfen. Ich sehe da mehr Probleme bei der Mechanik.
Welcher Drehwinkel muss abgedeckt werden?
Wie groß soll / muss der Abstand zwischen Lichtquelle und Sensor sein? Davon hängt die mindestens erforderliche Stellkraft des Servos ab (ich denke mal ein Servo reicht: 1° Schrittweite ist wahrscheinlich schon ausreichend und ein Standard-Servo ist schon besser als 0.5°). Der Arm müsste ja nur den Sensor bewegen (und ein dünnes Kabel dafür). IMHO müsste so was locker reichen (270° und bis zu 20 Kg/cm): https://www.amazon.de/SUNFOUNDER-Wasser ... B07VJG5QTJ
Rein vom Aufbau her wäre so was vmtl. vielleicht noch besser / einfacher: https://www.amazon.de/dp/B07K68MK3Y das schafft aber nur 180°
Einen entsprechenden Arm könnte man aus Baumarkt Alu-Profilen zusammensetzen.
Vielleicht hat auch jemand Lust, so etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen.
Können wir machen. Ich würde dann ebenfalls das Material (Servo, Sensor, Arduino) bei Amazon bestellen. Aber wie gesagt, zunächst mal muss die Mechanik geklärt sein.
dieterr
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Di, 29.03.22, 15:25

Gute Idee. Reicht es denn nicht, die Lichtquelle und -empfänger auf einer Achse anzuordnen, und dann die Quelle zu drehen?
Aber schon mal Literaturrecherche gemacht? Bestimmt haben sich kluge Leute diesbezüglich auch schon Gedanken gemacht.

Und wie kann man denn bei einem Servo die Motorsteuerung zerschießen?
Borax
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Di, 29.03.22, 15:39

Und wie kann man denn bei einem Servo die Motorsteuerung zerschießen?
Möglicherweise zu viel Spannung. Die meisten kleinen Servos vertragen nur 5V. Wenn man da z.B. 9 V drauf gibt sind sie tot.
Reicht es denn nicht, die Lichtquelle und -empfänger auf einer Achse anzuordnen, und dann die Quelle zu drehen?
Müsste genauso gehen. Dann kann man sich den Arm sparen. Aber dann muss man ein 'Gestell' bauen, wo man die Lichtquelle gut befestigen kann und so was auf einen Servo bauen ist vmtl. nicht einfacher als ein Dreharm. Bei 'echten' Goniophotometern wird wahrscheinlich beides gemacht. Drehung der Quelle als eine Achse und senkrecht dazu der Arm für die 2. Achse.
JackyDean
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Di, 29.03.22, 19:45

Vielen Dank schon mal für die Tips!

Bei allen Goniophotometern, die ich bisher gesehen habe, dreht man die Lichtquelle, nicht den Sensor. Das hat u.a. den Vorteil, dass der Sensor immer die identische Restlichtstärke erhält (die man subtrahieren kann). Dreht man den Sensor, müsste man quasi einen in 360° perfekt abgedunkelten, matt schwarzen Raum haben, da ja auch Reflektionen das Messergebnis stark beeinflussen können. Da z.B. die kleinen LED-Profile nicht sehr hell sind, ist das mit der Restlichtstärke und Reflektionen ein nicht zu unterschätzendes Thema.

Zu den weiteren Anforderungen:
- 1° Geauigkeit genügt für breit streuende Lichtquellen (Aluprofile etc.) sicherlich. Möchte man eng bündelnde Lichtquellen (LED-Spots etc.) auch vermessen, wird wohl eine höhere Auflösung benötigt (0,1° ggf.). Da ich es primär für Aluprofile nutzen will, kann ich mit 1° leben, aber wenn jemand mal genaueres messen möchte ...

- 180° Drehwinkel würde mir ebenfalls genügen, aber auch hier sind mehr (270° oder 360°) natürlich vorteilhaft, wenn man z.B. auch mal eine E27-LED-Lampe oder andere breiter als 180° streuende Leuchten messen möchte.

- Abstand Sensor / Leuchte sollte bis min. 50cm einstellbar sein. Der Motor dreht aber nicht diese 50cm sondern einfach nur die Leuchte um Ihre eigene Achse. Der Mittelpunkt der Leuchtfläche muss möglichst genau über dem Drehpunkt des Motos liegen. Prof. Goniophotometer haben oft Extender, mit denen sich der Abstand verlängern lässt. Beispielsweise VISO SYSTEMS Light Spion Extender (https://www.visosystems.com/products/li ... -extender/). Das ist dann sinnvoll, wenn die Leuchtfläche der Leuchte größer ist. Bei einem Aluprofil hochkant genügen da 50cm Abstand locker, aber bei einem 30cm LED-Panel z.B. benötigt man deutlich mehr, sonst wird die Messung recht ungenau. Vielleicht macht man verstellbar von 20 - 150cm für's Erste.

Mir hatte jemand eher Schrittmotoren empfohlen, da diese wohl präziser sind. Ggf. mit Getriebe, aber da gibt es auch schon welche mit 0,9° und dann kann man irgendwie diese Schrittgröße einstellen, z.B. auf Achtelschritte. Damit käme man ja schon Richtung 0,1°, wenn man das will. Hmm ... alles noch böhmische Dörfer für mich. Und Kalibrieren mit Endanschlag oder so muss man es auch irgendwie.

Das Video von VISO SYSTEMS zeigt das ganze Prinzip Goniophotometer ziemlich gut:
https://www.youtube.com/watch?v=kejSAI2EbPk
JackyDean
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Di, 29.03.22, 20:44

Hier noch ein Bild zum generellen Prinzip eines Goniophotemeters. Dies allerdings mit 2 Achsen. Mir würde für's erste nur die H-Achse absolut genügen. Keep it simple :-)

Bild
Borax
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Di, 29.03.22, 23:23

Klar, ein Schrittmotor als solcher ist erst mal präziser. Aber bei Achtelschritten sind diese auch nicht mehr so präzise. Und es macht die Sache eben auch komplizierter. Ein Servo kann prinzipiell auch auf 0.1° angesteuert werden (die Dinger sind normalerweise analog, auch wenn sie 'digital' heißen ), wobei aber die Genauigkeit schon durch das Getriebespiel IMHO keine exakte 0.1° Genauigkeit zulässt. Dafür kann man es einfach mit einer passenden PWM auf Position bringen. Die Wiederholgenauigkeit ist auch recht gut. Man könnte bestimmt auf dem oben verlinkten Servo eine kleine Platte aufschrauben und da drauf die Lichtquelle befestigen. Die sollte dann aber nicht zu schwer sein.
Wie weiter oben schon geschrieben: Das Problem bei dem Projekt ist eher die Mechanik...
JackyDean
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Mi, 30.03.22, 07:12

Achso. Gewichtsspezifikation. Für einfache Messung von Aluprofilen genügen sicher 100g. Eine hochwertige E27 mit Kühlkörper wahrscheinlich eher so 200g und wenn man mal einen Strahler o.ä. vermessen möchte, wären 500g max. drehbares Gewicht natürlich schön.

Der Motor kann aber gern extrem langsam drehen.

Von der Mechanik her hätte ich gedacht, dass man es mit diesen Standard-Profilen versucht.
https://www.myaluprofil.de/Aluminiumpro ... -10-B-Typ/

Die gibt es ja auch recht schwer und stabil mit jede Menge Zubehör zum Verschrauben. Ich hätte hier auch einen Metallbauer an der Hand, der schon mal angeboten hat, mir da zu helfen. Man benötigt vermutlich eine Art Grundplatte mit Langlöchern, die man dann auf die Welle des Motors setzen kann. Über die Langlöcher kann man dann verschiedene Befestigungshilfen für die Leuchten montieren. Würde mich da an dem System von VISO SYSTEMS orientieren:

Bild
Wobei ich die Langlochplatte vielleicht erst einmal waagerecht unten setzen würde und dann kann man bei Bedarf dort noch eine senkrechte Platte mit Langlöchern drauf schrauben. Dann ist man sehr flexibel. Die Platten an sich bringen natürlich auch noch jede Menge Gewicht mit. Man müsste wohl mal schauen, welche Motoren die bei so etwas größeren Robotern einsetzen.
Borax
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Mi, 30.03.22, 08:05

Es gibt auch noch stärkere Servos. Z.B.: https://www.amazon.de/Digital-Edelstahl ... 098KB8JYH/ (hat sogar 360° Drehwinkel)
Ich kann aber nicht beurteilen, ob das reicht. Ein Drehmoment vom 60Kg/cm ist aber schon ziemlich viel.
dieterr
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Mi, 30.03.22, 08:13

Die klassischen RC-Servos (analog) die ich kenne schaffen alle mehrere Kilos an Stellkraft. Ich denke das ist das kleinste Problem, schon gar nicht wenn man die Platte horizontal und nicht vertikal bewegt. "Neuerdings" gibt es ja auch 360° Servos, die kannte ich noch gar nicht.

Für eine einfache optische Bank könnte man wohl auch ein Metallbaukasten oder ein Fischertechnikset hernehmen :)
JackyDean
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Mi, 30.03.22, 09:58

360° Drehwinkel und 60kg klingt auf jeden Fall schon mal gut. Was mich leicht irritiert ist das "Highspeed" da in der Beschreibung. Den kann man dann aber auch richtig langsam drehen lassen, ja? Also so 1 U/min, wenn es sein muss.

Natürlich könnte man noch ein Getriebe dahinter setzen, aber das würde es natürlich aufwendiger machen und mehr Spiel bei den Winkeln. Mir wäre es auch fast lieber, wenn der Motor eine D-Welle hat und nicht so ein Zahnrad. Dann könnte man z.B. schon mal so eine Adapterplatte drauf schrauben und hat kein Spiel:
https://www.sparkfun.com/products/12488

Oder bekommt man die hier auch so fest auf die Zahn-Welle, dass es kein Spiel gibt?
https://www.rcfox.de/RCF30304-RCFOX-Ser ... g-Titanium

Sieht ja auch nicht schlecht aus als Basis.
Borax
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Mi, 30.03.22, 11:40

Den kann man dann aber auch richtig langsam drehen lassen, ja? Also so 1 U/min, wenn es sein muss.
Klar. Das ist 'nur' die Positionierungsgeschwindigkeit. Der Arduino (oder was auch immer wir da als Steuerung nehmen) kann die 'nächste' Position nach beliebig langen Pausen ansteuern. Der Servo unterstützt den 'üblichen' PWM Bereich: Pulsweitenbereich: 500-2500μsec
Update normalerweise alle 20 ms. Wenn wir eine 16Bit PWM verwenden (kann ein Arduino) dann könnte man die 20ms in 65536 'Steps' teilen. Verwenden würde man dann den Bereich 1640 bis 8190. Der entspricht genau 500-2500μsec. Und das wären theoretisch 6550 Steps für die 360° (und damit theoretisch 0.05° Auflösung). Wahrscheinlich kann das Servo die aber nicht alle unterscheiden, so dass ich eher auf 1310 Steps gehen würde (ergibt 0.27° Auflösung). Aber das muss man erst testen.
Wegen der Befestigung: Bei dem Servo ist ja schon eine 'Befestigungsplatte' dabei:
ServoPlatte1.png
ServoPlatte1.png (45.26 KiB) 2920 mal betrachtet
Und die passt spielfrei auf die 'Zähne' des Servos. Das ist auch kein Zahnrad in dem Sinne, sondern die Zähne sind nur für eine bessere Traktion.

[EDIT] Die 360° sind aber möglicherweise gelogen. Beim gleichen Servo hier: https://www.amazon.de/RUIZHI-DS5160-Ser ... B093238DB1 steht: control angle 180° mechanical angle: 360 degrees
Da sollten wir möglicherweise doch noch was anderes suchen. Bei dem hier gibt es extra eine 360° Version: https://www.amazon.de/FEICHAO-Coreless- ... B08CS9K33L und 3.5Nm sollte auch locker reichen.
Es gibt natürlich auch Präzisionsservos. Die kosten aber richtig Geld (250€)
Beispiel: https://www.reichelt.de/dynamixel-xm430 ... l_15&nbc=1
Das hier: https://www.reichelt.de/servomotor-robo ... l_14&nbc=1 (bzw.: https://www.generationrobots.com/de/402 ... 250-t.html ) wäre IMHO gerade noch bezahlbar und hätte eine garantierte Präzision von 0.088° allerdings 'nur' 1.5 Nm
JackyDean
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Mi, 30.03.22, 17:02

Der XL430-W250-T sieht wirklich schon gut aus. Preis wäre okay für mich. Da vermutlich da viele Stunden Arbeitszeit reingehen, machen es die 50€ dann auch nicht mehr fett. Sieht natürlich jeder bißchen anders.

Habe jetzt auch noch mal wegen den Grad-Zahlen recherchiert. Und zwar habe ich die IES (alternatives Format für Lichtverteilungen) von einem sehr hochwertigen 10° LED-Spot gefunden. 10° ist ja schon sehr eng bündelnd. Noch enger kann ich mir fast nur bei Fassadenbeleuchtung u.ä. sinnvoll vorstellen.

Der 10°-Spot ist mit 0,5° Winkeln in der IES aufgelöst. Also das scheint da zu genügen.

Ein Sonderfall wäre jetzt, wenn man den Schattenriss z.B. von einem Aluprofil genau vermessen möchte. Also wie deutlich bricht da das Licht ab bzw. wie scharf ist der Licht / Schatten Übergang. Da könnten noch kleinere Auflösungen sinnvoll sein. Aber für den ersten Wurf des Goniophotemeters kann man mit 0,5° sicher auch schon sehr viel machen.
Borax
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Mi, 30.03.22, 17:38

Der XL430-W250-T hat halt eine komplett andere (und wesentlich komplexere) Ansteuerung als ein Standard-Servo. Die kann man also nicht einfach gegeneinander tauschen. Wenn wir zusammen an dem Projekt arbeiten wollen, müssten wir uns da einigen. Und mir persönlich ist eigentlich ein 50€ Servo für ein Spaß-Projekt schon zu viel. Bei einem Standard-Servo würde es reichen, wenn ich (oder dieterr) ein billiges kleines Servo nehmen würden (so was haben wir in der Schublade) und Du könntest ein besseres nehmen, aber die Steuerung (ob Arduino oder ESP8266 oder ATTiny) könnten wir gemeinsam entwickeln.
JackyDean
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Mi, 30.03.22, 18:02

Ja, wir können da gern auch verschiedene Servos nehmen.
Borax
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Mi, 30.03.22, 21:34

Ok. Dann einigen wir uns erst mal auf ein Standard-Servo und als Sensor den BH1750.

@dieterr
Was nehmen wir als Controller? Ein ESP hätte den Vorteil, dass man das ganze als Webserver aufsetzen kann (der Parameter entgegen nehmen kann und das Ergebnis der Messung gleich als CSV Datei abspeichern kann). Die CSV Datei könnte man dann quasi als 'Download' zur Verfügung stellen. In dem Fall bräuchte man nicht mal Taster o.ä. für die 'Bedienung'. Nachteil wäre die recht aufwändige Programmierung. Bei einem ATTiny mit Bascom könnte ich das nötige Programm vmtl. in einer Stunde 'runter schreiben'. Dann aber nur mit Output als RS232 Stream. Sprich es ist ein PC mit laufendem Terminal-Programm (z.B. HTerm) nötig und ein USB-Serial Adapter (+ einmalig ein ISP Programmer). Arduino Nano läge so ein wenig dazwischen. Ein USB-Serial Adapter ist da ja schon eingebaut. Dank Bootloader wäre kein ISP Programmer nötig. Aber die Programmierung wäre wieder in C (was zwar ok ist, aber eben nicht meine 'Muttersprache')
JackyDean
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Do, 31.03.22, 06:56

Ich habe euch mal so eine typische EULUMDAT als ZIP angehängt.

Eine Beschreibung des Formats findet sich z.B. hier:
https://dialux4.support-de.dial.de/supp ... schrieben-

Das ist nach meinem Verständnis ja nicht mal wirklich eine CSV, sondern einfach die Werte untereinander geschrieben. Die Datei kann man im Texteditor öffnen und in den bekannten Simulationsprogrammen wie DIALUX oder RELUX einsetzen.

Ganz praktisch ist auch das Tool, um die EULUMDAT anzuschauen und zu verändern:
https://sourceforge.net/projects/qlumedit/
Dateianhänge
LED-Stripe.zip
(2.72 KiB) 90-mal heruntergeladen
dieterr
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Do, 31.03.22, 09:06

Ich meine auch die Standardservoansteuerung per PWM dürfte genügen. Ziemlich sicher am einfachsten zu lösen. Ich befürchte auch, die Mechanik verkompliziert sich deutlich, wenn man reproduzierbar! unter 0,5° Winkelauflösung will.
Was erwartet man vom Ausgabefile:
- Textfile
- Werte für Winkel, Helligkeit
Der Rest wie Produktname etc ist schön zur Doku eines Files, muss ja aber auch extra mit eingegeben werden. Ich denke das bräuchte der Kontroller nicht zu liefern.
Ich gebe noch zu bedenken, dass es ohne Kalibrierung des Fixpunktes (0°) immer relative Werte sein werden. Also man hat nachher ein Maximumpeak bei circa 0°, und ob die absolute Abweichung vom Messgerät oder Strahler kommt, ist nicht feststellbar. Aber das sollte verschmerzbar sein, denke ich.

Zum Kontroller:
gefühlt würde ich auch zum ESP tendieren, das vereinfacht es als Standalone-Gerät. Hält man die Software einfach, braucht es bei Attiny oder Nano immer den verbundenen Messrechner. Geschickterweise gibt es für den ESP ja schon voll aufgesetzte Server-Lösungen mit OTA, da muss man wenig selber stricken.
Zugegebenermaßen habe ich auch schon lange nichts mehr mit Bascom gemacht, selbst für den Attiny bevorzuge ich aktuell aus Bequemlichkeit die Arduino-IDE.
Beim ESP wäre auch Python eine Alternative, da habe ich aber noch keine Erfahrung.
JackyDean
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Do, 31.03.22, 09:58

Gibt es eine Chance auf eine Kalibrierung da? Also so, dass die Grad-Zahlen auch wirklich der Realität entsprechen. Man hat ja nicht immer den Peak der Lichtstärke bei 0°. Bei allem, was asymmetrisch ist oder Batwing z.B. gar nicht. Also alles, was so für Panel- oder Displayhinterleuchtung Sinn machen kann oder Wallwasher, Cyclos usw.

Will es nicht verkomplizieren, aber wenn es da vielleicht eine einfache technische Lösung gibt :-)
Borax
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Do, 31.03.22, 14:15

Also so, dass die Grad-Zahlen auch wirklich der Realität entsprechen.
Auch das ist wieder mehr ein mechanisches Problem. Das Servo hat prinzipell 'absolute' Winkel. Sprich wenn ich per PWM Vorgabe (1500µS) das Servo 'auf 0' stelle, sind die weiteren Positionen relativ dazu eindeutig: 500µS wären dann -180° und 2500µS +180° (theoretisch - ob das in der Praxis auch so präzise ist, weiß ich noch nicht). Du musst aber die zu messende Lichtquelle irgendwie so befestigen dass 0° eben auch 0° in Richtung Sensor sind.
dieterr
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Do, 31.03.22, 15:05

Das mit den absoluten Winkeln ist von der Theorie her richtig, aber stimmt es auch? Siehe hier https://fpv-community.de/threads/servo- ... eit.85529/. Immer vor dem Hintergrund die Genauigkeit von 0,5° zu erreichen.

Ich glaube fast, ohne Verifizierung über Poti, Beschleunigungssensor oder Optischen Encoder klappt das nicht.

Die 0° Kalibrierung ließe sich eventuell tatsächlich mechanisch lösen, zB mit einer Art Zeiger den man einsteckt: bei 0° muss er exakt mit dem Sensor fluchten. Statt mechanischem Zeiger ginge auch ein Laser. A und O ist aber die Mechanik.
Borax
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Do, 31.03.22, 16:01

Das hatte ich schon fast befürchtet (wenn auch nicht ganz so schlimm)... Ggf. müssen wir das doch mit Schrittmotor machen.
JackyDean
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Do, 31.03.22, 16:22

Habe mir gerade mal folgendes Video angeschaut:
https://www.youtube.com/watch?v=yvrpIYc9Ll8

Er schraubt so einen AS5600 Magentsensor hinten auf einen Schrittmotor und der Sensor gibt präzise die Winkel aus. Geht vielleicht auch für einen Servo. Oder denke ich da in die komplett falsche Richtung?

Bezüglich der Montage der Lichtquelle, würde ich sagen, wenn da hinten eine Platte ist, an der man die Lichtquelle plan montiert, dann ist das okay. Da könnte man auch plan ein E27-Fassung für solche Messungen anschrauben. Oder GU10 usw.

Man kann natürlich alle symmetrischen Lichtquellen später bei den Werten (also in der Software) noch so ausrichten, dass das Maximum bei 0° liegt. Haben wir bei ARRI bei Scheinwerfern auch immer so gemacht. Nur bei asymmetrischen macht man das natürlich nicht.
dieterr
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Do, 31.03.22, 17:39

Ich habe mir jetzt nicht das ganze Video angeschaut, dennoch die Frage: weshalb ein Encoder am Schrittmotor? Ich habe mal gelernt, wenn der nicht zu schnell angesteuert und nicht überlastet wird (Verlust an Steps), ist der Winkel präzise vorhersagbar. Nur der Sensor für den Absolutwert/Start ist nötig.
Am Servo wäre das neben den oben aufgeführten eine weitere Möglichkeit, sofern die Magneten des Motors das nicht negativ beeinflussen.

Ja, das Problem ist wohl neben gerell schlechten Teilen auch die Einzelexemplarstreuung. Das würde es schwierig machen.
Ohne Gewähr: jeder Servo hat ja einen Poti verbaut. Wenn der ausreichend gut ist (oder ist der schon das eigentliche Problem?), könnte ich den ja auch wieder per µC digitalisieren. Damit kann ich zwar nicht sicher die exakten 0,5° erreichen, weiß aber den Wert. Und kann es ggfalls nochmal probieren.
Das gilt aber für alle Methoden der Winkelbestimmung, optisch, magnetisch. etc.

Edit:
es gibt tatsächlich auch fertige Servos mit analog Feedback: https://www.exp-tech.de/motoren/servomo ... metal-gear
Vermutlich ist da auch nur ein zusätzliches Kabel direkt am Schleifer rausgeführt. Simpel auch selber zu machen wenn der Garantieverlust eingeplant ist. Aber dennoch mit Vorsicht zu genießen für hoher geforderter Auflösung, weil auch Störungen über die Motoransteuerung reinkommen können.
JackyDean
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Fr, 01.04.22, 10:15

Ich kenne mich, wie gesagt, mit den Genauigkeiten bei Servos und auch Schrittmotoren gar nicht aus.

Wenn der Servo von sich aus schon 0,5° sicher und wiederholbar erreicht, ist das natürlich super! Ich hatte auch mal im Arduino-Forum diesbezüglich gefragt, wo eher Schrittmotoren empfohlen wurden. Heißt ja aber nicht, dass ein Servo uns nicht auch genügt :-)

Mit diesem AS5600 könnte man halt optional bei Bedarf mal eine Kalibrierung fahren und hätte eine Option, genau den 0°-Punkt zu bestimmen. Daher fand ich das ganz interessant. Ist aber sicher nur 1 Option.

Mit was immer ihr euch wohl fühlt ... ich bin dabei! :-)
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